Pilotstudie

In Vorbereitung auf SESAM-5 wurde durch den Bereich Allgemeinmedizin der Technischen Universität Dresden eine Pilotstudie zur Testung des Studiendesigns mit akademischen Lehrpraxen der Sektion Allgemeinmedizin der Universität Halle-Wittenberg durchgeführt. Die zentralen Studienergebnisse hinsichtlich inhaltlicher und organisatorischer Merkmale von Hausbesuchen wurden in einer Broschüre veröffentlicht.

Methodik

Diese Pilotstudie basierte auf einem Studiendesign, das verschiedene Methoden umfasste.

  1. Dokumentation der Hausbesuche einer randomisiert zugewiesenen Woche anhand eines zweiseitigen Fragebogens pro Hausbesuch
  2. Erfassung praxisspezifischer Merkmale anhand eines einseitigen Fragebogens je teilnehmendem Lehrarzt
  3. kurze Leitfaden gestützte Telefoninterviews zur Beurteilung des Studiendesigns und des Dokumentationsbogens mit den teilnehmenden Lehrärzten
  4. Leitfaden gestützte Telefoninterviews zur Evaluation von Hinderungsgründen mit Lehrärzten, die keine Hausbesuche dokumentierten.

 Ergebnisse

Die soziodemografischen und krankheitsspezifischen Merkmale der Patientenstichprobe entsprechen den Erfahrungen (inter)nationaler Studien:

  • die HB-Patienten gehörten überwiegend älteren Altersgruppen an und der Anteil der Frauen war erhöht sowie
  • die meisten Patienten waren multimorbide, häufige Dauerdiagnosen betrafen Hypertonie, Diabetes mellitus 2 und chronisch ischämische Herzkrankheit.

Annähernd vergleichbar mit anderen Studienergebnissen betrafen die häufigsten Beratungsanlässe allgemeine und spezifische Krankheitssymptome, den Bewegungsapparat, die Atmungsorgane und/oder das Verdauungssystem.

Die häufigste diagnostische Maßnahme bestand in der symptombezogenen Untersuchung (67,5%), vollständige klinische Untersuchungen erfolgten seltener (32,1%).

Knapp die Hälfte der HB-Patienten (48,8%) erhielt mind. eine Arzneimittelverordnung, bei 14,8% wurde vor Ort eine Medikation verabreicht.

Beratungsgespräche mit Patienten und/oder Angehörigen waren bei der Mehrheit (82,3%) Bestandteil des HB. Stationäre Einweisungen oder Überweisungen zu einem anderen Facharzt waren selten.

Die Mehrheit der HB wurde als notwendig bewertet, in 91,3% waren die Patienten gesundheitlich nicht in der Lage die Hausarztpraxis aufzusuchen.

Die Mehrheit der Hausärzte (71,3%) bestätigte, dass sie HB delegieren, häufig an die MFA zur Verlaufskontrolle chronischer Krankheiten oder zum Verbandswechsel.

Die ausführliche Broschüre steht Ihnen an dieser Stelle als PDF-Download zur Verfügung.

Desweiteren wurden die Ergebnisse zur Delegation von Hausbesuchen im Ärzteblatt Sachsen veröffentlicht. Sie finden den Artikel „Delegation von Hausbesuchen: wer macht was und wie wird das organisiert?“ hier als PDF-Download.